Die unendliche Geschichte vom aufrechten Gang
Seit über 5 Millionen Jahren gehen wir aufrecht. Die längste Zeit davon barfuss. Erst seit kurzem zwängen wir unsere Füße gnadenlos in groteskes, mitunter auch gefährliches Schuhwerk, das uns die Mode diktiert. Ob Highheels oder Plateausohlen, jeder kennt das Bild: stöckelnde Models, multimedial über den Catwalk strauchelnd.
Die Füße leiden, der Gang ist verändert, die Wirbelsäule beleidigt. Wir nennen das Fort-Schritt. Um welchen Preis tun wir uns das an? Gesundheitliche Schäden wie Spreiz-, Senk-, Hohl- oder Plattfüße, Einlagen, orthopädische Schuhe, in höherem Alter schmerzhafte Hallux-valgus-Deformierungen, die nur operativ korrigiert werden können, dazu eine übermäßige und vorzeitige Abnutzung der Knie- und Hüftgelenke und der Wirbelsäule.
Mit fortschreitender Zivilisation und Industrialisierung sowie dem Trend, vom Land in die Stadt zu ziehen, entstand ein Bedürfnis die Füße zu schützen; bequem war es außerdem. Die Lösung: das Schuhwerk wurde erfunden. Bis ins 20. Jahrhundert waren Schuhe ein Statussymbol, ein Privileg der Reichen und Amtsträger. Kinder und auch die Landbevölkerung gingen, bis auf die Wintermonate, barfuss und entwickelten als Schutz an den Füßen eine entsprechende Hornhaut.
Wirtschaftliche und soziale Gründe spielen heute keine Rolle mehr. Im Gegenteil. Die unterschiedlichen Materialien wie Leder, Gummi oder Kunststoff werden heute, einzeln oder im Mix, industriell und kostengünstig und modisch verarbeitet.
Wer in städtischen Gebieten barfuss geht, gilt als esoterischer Spinner oder als Nonkonformist. Im Gegensatz dazu ist in Ländern wie Japan, China oder Indien, fast im gesamten asiatischen und arabischen Raum, das Tragen von Schuhen in privaten und religiösen Räumen nicht denkbar.
Inzwischen gibt es einen neuen weltweiten Trend: Barfuss gehen. Auf den Spuren von Sebastian Kneipp, der Karriere mit Wassertreten, mit Tautreten, mit Schneegehen als einem Mittel zur Stärkung des Kreislaufs und des Immunsystems machte, heißen die modernen Anlagen heute Barfuss-Parks. Barfuss gehen, barfuss laufen wird zu einem wichtigen Element der Gesundheitsvorsorge. Barfuss gehen ist eine natürliche Fußreflex-Massage, eine natürliche Massage, die den Organismus ganzheitlich (Körper, Geist, Psyche) stabilisiert.
Barfuss ist in. Ob Beachball oder Marathon, ob klettern, bergsteigen, wandern oder laufen, barfuss hat seinen Siegeszug angetreten.
Der „Gang“ – von der Savanne in die Stadt und zurück
Gehen ist ein Automatismus, eine Verhaltensweise, die selbsttätig vom Zentralnervensystem ausgelöst wird, unabhängig von äußeren Reizen (Evolution: Flucht oder Angriff), und geht parallel mit der Entwicklung des kindlichen Gehirns.
Beim Gehen hat der menschliche Körper in jeder Phase des Bewegungsablaufs über Füße und Beine Kontakt zum Boden. Füße und Wirbelsäule stellen eine funktionale Einheit dar und erlauben ein aufrechtes Gehen.
Die Feinheiten des Bewegungsablaufs stimmen Füße und Wirbelsäule automatisch aufeinander ab. Eigentlich setzen wir beim Gehen zuerst den Vorderfuß auf (aktiver Ballengang) und nicht die Ferse, im Gegensatz zum Laufen (passiver Fersengang), wo zuerst die Ferse aufgesetzt wird. Schnell wird uns aber als Kind und spätestens mit dem Schuhe tragen beigebracht, mit der Ferse zuerst aufzutreten. Im unwegsamen oder in unsicherem Gelände verhalten wir uns natürlich: immer zuerst – prüfend – den Vorfuß und, wenn wir sicher sind, den ganzen Fuß.
Der passive Fersengang wirkt muskulär wenig unterstützend und ist belastend für alle Knochen und Gelenke, die am Bewegungsablauf beteiligt sind. Im Gegensatz dazu stellt der aktive Ballengang eine stoßfreie und die Gelenke schonende Gangart dar. Die Fußmuskulatur wird ebenso gestärkt wie die Sensibilität, wodurch sich das Sturzrisiko und Fußschäden (Senk-, Spreiz-, Plattfuß) verringern.
In Schuhen setzen wir zuerst die Ferse auf und rollen über den Ballen. ab. Schuhe schränken die Beweglichkeit, nicht nur der Zehen ein, blockieren den Tastsinn, die Sensibilität, und wirken sich damit störend auf Gleichgewicht und Koordination aus. Der Fersengang unterläuft zudem die stoßdämpfende Wirkung des natürlichen Gangs und kann zu Gelenkschäden (Knie-, Hüftgelenk, Wirbelsäule) führen.
Um diesem Dilemma zu entgehen, überbieten sich weltweit Hersteller von Schuhen im Sport- und Laufgeschäft in immer kürzeren Abständen mit immer neueren „stoßgedämpften“ Modellen. Diese Konstruktionen verstärken den passiven Fersengang und verschärfen die ungesunde Gehweise. Egal ob Sportprofis oder Wochenendjogger, durch die falsche Belastung der Knochen kommt es häufig zu einer Überbelastung und damit zu ganz unterschiedlichen Blessuren. Auch so genannte Minimal Shoes lösen das Problem nicht.
Später werden diese heilsversprechenden Neuerungen kritiklos für alltagstauglich erklärt und auf die „gängige“ Schuhmode übertragen. Gestützt auf Studien empfehlen Sportmediziner weltweit, allen voran Prof. Dr. Thomas Wessinghage (Europameister über 5000 m und mehrmaliger Olympiateilnehmer sowie Inhaber mehrerer europäischer und deutscher Rekorde über unterschiedliche Laufstrecken) als Ausgleich und Trainingsergänzung das Barfuss laufen. „Möglicherweise diente das Langstreckenlaufen unserer savannenbewohnenden Urahnen dazu, tote Tiere schneller zu erreichen als die vierbeinige Konkurrenz, und sicherte ihnen so eine protein- und fettreiche Ernährung“.
Schuhe zu tragen verführt den Menschen, seine angestammte und natürliche, die vorne auftretende Gehweise, aufzugeben.
Barfuss gehen hat gesundheitliche Vorteile
Schuhe engen den Fuß ein! Ohne Schuhe können sich die Füße und Zehen frei bewegen und passen sich perfekt an den Untergrund an. Die Muskeln sind frei in ihrer Aktion, der natürliche Bewegungsablauf ist nicht behindert, die Fußsohlenreflexe steuern Gehen und Laufen. Die Fußmuskulatur wird gestärkt, ebenso Gelenke und Bänder, der Gleichgewichtssinn verbessert.
Barfuss laufende Völker haben offenbar weniger Fußfehlstellungen wie Senk-, Spreiz-, Knick- oder Plattfüsse und haben kaum Knieprobleme, Hüftgelenkbeschwerden oder Rückenschmerzen. Kenianische Läufer sind heute noch barfuss unterwegs und lassen bei internationalen Wettkämpfen die Weltelite hinter sich. Zahlreiche Studien (Harvard, Virginia, Savonia s.u.) belegen, dass barfuss laufen oder barfuss joggen gesünder ist als mit Laufschuhen, weil die Knochen vor den harten Auftrittskräften, die Laufschuhe trotz aller Technik verursachen, geschützt sind.
Barfuss gehen und barfuss laufen ist bequem, vor allem beim Sport.
Kein lästiges an- und ausziehen von Schuhen, keine spitzen Steine oder Sand im Schuh, keine rutschenden oder nassen Socken.
Barfuss im Wald laufen, den Boden, das Moos unter den Füßen zu spüren – ein Genuss, der dem Körper und der Seele gut tut.
Wer barfuss geht stärkt sein Immunsystem. Wer barfuss geht achtet auf sich und seine Füße.
Barfuss gehen – ein Risiko?
Barfuss in der Stadt oder auf harten und steinigen Straßenbelägen: keine Chance!! Die Gefahr in Scherben zu treten, mit Schnittwunden nach Haus zu kommen oder sich durch Steine, Splitt oder Unebenheiten zu verletzen, ist zu groß. Bisher behelfen wir uns mit Schuhwerk. Vielleicht sehen wir bald Menschen, die überall gerne barfuss gehen und ihre Füße mit den schnittfesten MAËL Protecting Socks schützen.
Vorsicht:
- Bei Erkrankungen des Bewegungsapparats: Barfuss laufen sollte nicht zu einer Überbelastung führen.
- Bei Zuckerkrankheit: Wenn Verletzungen zu spät erkannt werden, kann das fatale Folgen haben, bis hin zu Zehen- oder Fussamputationen. Hier bieten die schnittfesten MAËL Protecting Socks wirklichen Schutz.
- Bei Behandlung mit Blut verdünnenden Medikamenten: Mit den schnittfesten MAËL Protecting Socks gibt es endlich die Möglichkeit Verletzungen welcher Art auch immer zu vermeiden und das Risiko einer unkontrollierbaren Blutung zu minimieren.
Hinweise:
- Jeder, der gerne barfuss geht, sollte vollständig gegen Tetanus schutz-geimpft sein.
- Die Straßenverkehrsordnung kennt kein Barfussverbot, die Berufsgenossenschaften schon.
Der neue Trend – barfuss
Barfuss gehen oder barfuss laufen heißt heute „natural running“ und symbolisiert ein neues Lebensgefühl, das Unabhängigkeit und Freiheit beinhaltet.
Endlich gibt es – dank den schnitt- und rutschfesten MAËL Protecting Socks – die Möglichkeit, ohne Risiko barfuss das zu tun, was Ihnen Spaß macht:
- gehen, am Strand, über Muscheln, durch scharfes Dünenschilf, über Klippen, bei niedrigen Wassertemperaturen, im Wald
- Ballspielen in der Natur
- joggen
- laufen
- surfen, durch hohe Wellen
- kiten
- praktisch beim Yoga
- hilfreich bei Haus- oder Gartenarbeiten, keine Angst vor Holzsplittern, Tierkrallen, Disteln, Wurzeln oder kleinen Steinen
Haben Sie nicht selbst hin und wieder das Bedürfnis: Schuhe ausziehn, barfuss laufen? Überraschen Sie sich und Ihre Füsse.
MAËL Protecting Socks schützen wie Schuhe, sind aber leicht und flexibel wie Socken und trotzdem stabil, dabei rutschfest, pflegeleicht und haltbar – einfach genial!!
Beispielhafte und nützliche Adressen
barfusswandern.de
www.barfusspark.info
www.barfuss-freizeit.de
barefootrunning.fas.harvard.edu
triathlon.de/natural-running
www.welt.de/wissenschaft/article5736120/Joggingschuhe-belasten-mehr-als-Barfusslaufen
Zitate, auch auszugsweise, auf Anfrage möglich
Gait Posture. 2011 Mar; 33(3):350-5.Epub 2011 Jan 19.
J Foot Ankle Res. 2011 Jan. 18;4:3
Nature. 2010 Jan 28;432(7280):345
Nature. 2010 Jan 28;463(7280):531-5
Nature. 2010 Jan 28;463(7280):433-4
Spiegel online 05. Jan. 2010
PM&R Volume 1, Issue 12 , Pages 1058-1063, December 2009
J Biomech. 2009 Sep 18;42(13):2081-8. Epub 2009 Jul 29.
Int J Sports Med. 2008 Jun;29(6):512-8. Epub 2007 Nov 16.
Br J Sports Med. 2008 Mar;42(3). Epub 2007 Okt 11.
Gait Posture 2008 Jan;27(1):51-9. Epub 2007 Mar 13
Rural Remote Health. 2007 Apr-Jun.7(2):692. Epub 2007 Jan 15.
Copyright: Dr. med. Monika Flasnoecker, www.flasnoecker.com
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